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2. Saarländischer Klimakongress Saarland 2026 – Perspektiven für Land-, Forst- und Wasserwirtschaft sowie Katastrophenschutz

Auf dem 2. Saarländischen Klimakongress am 19. Mai 2026 wurden von ausgewiesenen Expertinnen und Experten Strategien und Maßnahmen zum vorbeugenden Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels präsentiert. Im Anschluss an die Präsentationen waren die Referentinnen und Referenten sowie ein hochkarätig besetztes Podium vor Ort im Dialog.

Die Folgen des Klimawandels sind auch im Saarland präsent

  • Hitzejahre und anhaltende Dürren sind an den saarländischen Wäldern nicht spurlos vorbeigegangen. Privat-, Kommunal- und Staatswald haben gleichermaßen gelitten. Welche Strategien haben Zukunft?
  • Zu nass, zu trocken – Ernteausfall… Bauernregeln für die Wetterprognose haben in der Landwirtschaft ausgedient. Welche nachhaltige Agrarpolitik gibt Planungssicherheit?
  • Starkregenereignisse und Flusshochwasser können alle treffen – Privatpersonen, aber auch die kommunale Infrastruktur. Welche Maßnahmen und Instrumente bieten Schutz?

 

Moderiert wurde der gesamte Kongress von Meteorologe und Wissenschaftsjournalist Karsten Schwanke, der mit seinem Eröffnungsvortrag „Der Klimawandel und die Herausforderungen für das Saarland" den inhaltlichen Rahmen für einen ergebnisreichen Tag setzte.

Landwirtschaft: Nachhaltigere Ernährungssysteme als Beitrag zum Klimaschutz

Den Auftakt machte Prof. Dr. Harald Grethe, Professor für Agrarentwicklung und Handel an der Humboldt-Universität zu Berlin. Unter dem Titel „Nachhaltigere Ernährungssysteme als Beitrag zum Klimaschutz – Welche Rolle spielt die Tierhaltung und was muss die Politik zukünftig tun?" zeigte er auf, wie grundlegend sich die Landwirtschaft verändern muss, um klimaresilient und zugleich produktiv zu bleiben.

Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten Landwirtin Christina Rullof (Habichtshof GbR), André Nolden (Leiter Milchverwaltung, Hochwald Foods GmbH), Theresia Croon (Vizepräsidentin des Bauernverbands Saar) sowie Franziska Nicke vom Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz über konkrete Herausforderungen und politische Handlungsoptionen für die saarländische Landwirtschaft.

Forstwirtschaft: Abschied vom Mythos der Stabilität

Prof. Dr. Jürgen Bauhus, Professor für Waldbau und Sprecher des Exzellenzclusters Future Forests an der Universität Freiburg, widmete sich in seinem Vortrag „Wälder im globalen Wandel – Abschied vom Mythos der Stabilität" den tiefgreifenden Veränderungen, denen Wälder durch Klimaextreme ausgesetzt sind. Sein zentrales Plädoyer: Wälder sind keine statischen Systeme – ihre Bewirtschaftung muss neu gedacht werden.

Das Podium Forstwirtschaft vereinte Anna von Schwind (Vorsitzende des Saarländischen Waldbesitzerverbands), Dr. Martin Mörsdorf (Nationalpark Hunsrück-Hochwald) und Thomas Steinmetz (Direktor des SaarForst Landesbetriebs) für eine praxisnahe Diskussion über Zukunftsstrategien für den saarländischen Wald.

Katastrophenschutz: Vorbild Landkreis St. Wendel

Ein besonderes Highlight des Nachmittags war der Vortrag zum Projekt KLIGAS – Aufbau eines Klimagefahrenabwehrsystems für Hochwasser- und Starkregenereignisse an der Blies, präsentiert von Prof. Dr.-Ing. Alpaslan Yörük (htw saar) und Dirk Schäfer, Leiter des Katastrophenschutzzentrums des Landkreises St. Wendel.

Im abschließenden Podium diskutierten Umweltministerin Petra Berg und Staatssekretär Torsten Lang (Inneres, Bauen und Sport) gemeinsam mit Carmen Fey (Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz) über politische Konsequenzen und den weiteren Ausbau des Katastrophenschutzes im Saarland.

Dirk Schäfer überzeugte dabei mit einer beeindruckenden Vorstellung der konkreten Schutzmaßnahmen und Frühwarnsysteme, die im Landkreis St. Wendel bereits umgesetzt werden – ein vorbildliches Beispiel dafür, wie kommunaler Katastrophenschutz und wissenschaftliche Expertise Hand in Hand gehen können.

Zum Video der Veranstaltung auf Youtube.